29. Fichtelberglauf

Am ersten Oktobersamstag findet traditionell der Fichtelberglauf statt. Traditionell? Ja, immerhin die 29. Auflage! Der Lauf wird gleichzeitig für die 21. Offene Landesmeisterschaft im Berglauf und den Westsachsencup 2015 gewertet.

In diesem Jahr fiel der Termin auf den 3. Oktober - Tag der deutschen Einheit. Nicht nur in dieser Hinsicht ein Feiertag, denn es wurde der Teilnehmerrekord von 2011 geknackt! 300 Starter nahmen den Berglauf über 9,1 km und 500 Höhenmeter von Neudorf zur höchsten Erhebung Sachsens in Angriff. Darunter ein, mit 12 Startern, nie dagewesenes Aufgebot unseres Läuferbund Schwarzenberg 90 e.V.! Das erstaunt, denn die „anspruchsvolle“ Strecke (man kann auch Quälerei sagen) polarisiert ungemein, man liebt sie oder hasst sie. Oder ist es Hassliebe? Wer teilgenommen hat, kommt jedenfalls wieder ;-)

Die Anfahrt gestaltete sich unkompliziert, dank genügend Parkmöglichkeiten an der Spindelfabrik und den freundlichen Einweisern. Gleiches gilt für die Startnummernausgabe im Festzelt. So blieb genügend Zeit für letzte Vorbereitungen, Warmlaufen, usw. Punkt 11:00 Uhr wurde die Läuferschar an der Vierenstraße bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und optimalen 14°C auf die Strecke geschickt. Anfangs der asphaltierte Wiesenweg, schon leicht bergan, aber angenehm, bis für die zweite Hälfte des Feldes der eindringlich Pfiff der Fichtelbergbahn zum Halt gebot. Langsam angehen, ist nicht immer von Vorteil, sonst wären wir vorher durch ;-). Nach ca. 20 sec. hat der Zug den Bahnübergang passiert. Die Aufholjagd geht weiter, über befestigte Waldwege. Auf dem Gelben Weg klopft bereits der ein- oder andere Anstieg an, bis es auf dem Flößzechenweg plötzlich ernst wurde, langer steiler Berg, erste Fußgänger. Auf dem Bärenfangweg rollte es gut, darunter Bergabpassagen, deren Höhenmeter wir später wieder holen müssen. Ab Rotes Vorwerk über den asphaltierten Philosophenweg öffnet sich eine herrliche Aussicht ins Pöhlbachtal und auf die tschechische Seite, eine zunehmende Zahl Beifall spendender und anfeuernder Zuschauer begleitet die Läufer. Ja nun, die Kilometerangaben läuten die Endphase ein, wo ist der Anstieg? Wir haben das Fichtelberghaus schon mal gesehen, da wollen wir hoch! Mit Abzweig in den Wasserweg gehts unter der Drahtseilbahn durch und der Berg schlägt knallhart zu. Am Fremdensteig legt er noch eine Schippe drauf. Die 100m-Entfernungsangaben freuen und stressen zugleich. Zuschauer mobilisieren letzte Kräfte der Läufer auf dem Weg zum Ziel auf dem Fichtelbergplateau. Dann ist es geschafft.

Helfer bieten Tee und Decken, aber mit 16° und bestem Wetter, inklusive toller Sicht ist alles bestens. Der Rücktransport ist organisiert, wer mag läuft und ist nicht langsamer als der Bus. Am Festzelt gibt’s Kartoffelsuppe aus der Gulaschkanone. Lange anstehen muss niemand. Alle sind gespannt auf die Ergebnisse.

Überrascht hat wieder einmal unser Ernst, der sich nach dem Berlin-Marathon in der Vorwoche gleich den Berglauf zutraute und prompt den 2. Platz seiner AK belegte! RESPEKT, auch vor den Leistungen unserer weiteren Starter!

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass der Sieg unter den tschechischen Gästen ausgemacht wurde, durch Lukáš Bauer als Titelverteidiger in 36:45 min und Petra Nováková in 40:53 min und neuem Streckenrekord bei den Damen.

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung!

 Unsere Ergebnisse:                            
    Zeit   Platz AK   Platz Gesamt
 Philippe Hahn    0:46:49 Std.   14.   46.
 Kai Birgfeld    0:48:37 Std.   9.   66.
 Jens Schilhan    0:49:36 Std.   12.   78.
 Ernst Rollinger    0:51:24 Std.   2.   99.
 Dirk Uhlig    0:52:59 Std.   11.   122.
 Dietmar Schramm    0:55:29 Std.   9.   156.
 Lothar Marohn    1:00:52 Std.   5.   216.
 Matthias Vodel    1:01:35 Std.   7.   224.
 Elise Maria Mann    1:06:04 Std.   10.   255.
 Manja Mann    1:12:04 Std.   8.   279.
 Andreas Mann    1:12:06 Std.   29.   280.
 Beate Schwozer    1:12:54 Std.   10.   281.