Kälte macht den Läufern Beine - Frankfurt-Marathon 2012

Am letzten Oktoberwochenende 2012 ist im Erzgebirge Wintereinbruch - 20 cm Neuschnee, den keiner braucht! Wir am wenigstens, stand uns doch die Reise in die Mainmetropole bevor. Unerschrocken ging es also am Samstag sommerbereift durch halb Deutschland.
Während Holger Zander das Rennwochenende schon längst im Visier hatte, ergatterte Steffen Großer spontan einen der letzten Startplätze. Zwei Wochen (!!) nach dem Marathon in München lag das nicht unbedingt auf der Hand.

In Frankfurt lag glücklicherweise bei ca. 5°C kein Krümel Schnee und wir wurden leicht optimistisch - eine Stunde länger schlafen und hoffen, daß die Temperaturen vielleicht doch am Sonntag nicht so eisig werden würden. Aber Pustekuchen! Das Hauptthema am morgendlichen Frühstückstisch war die „Anzugsordnung“. Alles kurz oder unten kurz und oben lang oder noch was untendrunter, Mütze, Handschuhe... Jedenfalls hatten alle was an. Nach den gängigen Ritualen und dem Einlaufen, traten wir den Weg zum Messeturm aufgeregt wie immer an. Da tummelte sich auch schon alles, was in der Laufszene Rang und Namen hat und fröstelte ebenso wie alle anderen vor sich hin. Der Hammermann schwang auch schon sein Werkzeug.
Und endlich - der 31.Frankfurt-Marathon ging bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt mit 16.034 Teilnehmern und viel Prominenz an die Startlinie. Die Sonne scheint, nur der Wind machte uns etwas Sorgen. Die Stimmung hingegen war riesig. Wärmende Kleidung fliegt noch aus dem Startblock und los gings. Eine nicht enden wollende Läufermenge rannte Richtung Wolkenkratzer, kreuz und quer durch den Finanzdistrikt, über den Main Richtung Niederrad, Höchst und zurück über die Mainzer Landstraße in die Innenstadt, wieder über den Opernplatz, vorbei an vielen Bands und Zuschauern zur Messe.

Unsere Beiden liefen ein beherztes Rennen, bis Halbmarathon immer auf Kurs der Wunsch-Zielzeit. Aber es wurde schwerer, mag es die Kälte, der Wind, der Kopf oder am Ende der Kampf gegen sich selbst sein. Wir standen immer wieder dicht am Streckenrand und sahen in die Gesichter unserer Männer  – km 4/alles fein – km19/locker – km35/es tut weh – km41/auuuaaaa – Roter Teppich…..Festhalle…es rockt – und wie!

Holger hat seine persönlich anvisierte Zeit vielleicht nicht erreicht, aber mit 2:36:00 h braucht man sich überhaupt nicht verstecken. Topergebnis! Superleistung! Gesamtplatz 111 - Yeeeahhh! Auch Steffen konnte seine München-Zeit nicht nochmal toppen, macht nüschtl - 2:48:37 h müssen erstmal gerannt werden - Gesamtplatz 304! Welch ehrgeizige Energieleistung! Seid stolz auf das Erreichte, wir freuen uns sehr und gratulieren euch ganz herzlich!